• Autrice Regan Holdridge

Wie Narzissten dein Leben ruinieren und ohne Skrupel Lügen verbreiten

Ein Narzisst kennt keine Scheu, die Grenzen der Lüge und des Betrugs zu überschreiten und hat auch keinerlei Skrupel, dies weiterhin zu tun, wenn damit für ihn unnötige Arbeit abgewendet werden kann und er Vorteile für sich sieht.

Dies zu begreifen, war eine der schwersten und härtesten Lektionen meines Lebens, denn ich bin damit aufgewachsen und wurde dazu erzogen, immer nur das Gute in einem Menschen zu suchen. Ein grober Fehler, wie sich herausstellte, insbesondere in Kombination mit meinem Bedürfnis, andere zu unterstützen, sie zu motivieren zu einem besseren Selbst zu finden, ihre Träume zu verfolgen und bedingungslos zu lieben. Damit wird man schnell zur bevorzugten Zielscheibe eines jeden Narzissten und hätte mir irgendwann jemand erzählt, dass es solche Menschen gibt, ich hätte es nicht geglaubt. Ich musste erst durch die Hölle von Lüge, Betrug, Verleumdung und der Zerstörung meiner kompletten Lebensgrundlage gehen, um zu begreifen, dass Böses in dieser Welt tatsächlich existiert.

Wie gerät man an einen solchen Narzissten, wird sich mancher fragen, ohne rechtzeitig die Alarmglocken schrillen zu hören? Nun, man lernt einen charmanten, nicht schlecht aussehenden, jungen Geschäftsführer kennen, der an Mukoviszidose leidet und einem erklärt, dass er deshalb eine ganz eigene Vorstellung vom Leben hat. Man sollte in diesem Moment nur eben nicht seine Ideen von einem Leben mit einer solchen Krankheit hineininterpretieren – hier lag schon der erste Fehler.

Dann geriet ich in einer Situation in seine Fänge, in der ich komplett seinen Avancen ausgeliefert war und das alles auch nur halbherzig wahrnahm in dem ganzen Chaos meines damaligen Lebens: Der Traum von der Auswanderung in die USA war endgültig geplatzt, meine berufliche Zukunft bei der Zeitung stand auf der Kippe, bei meinem Vater war Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden und ich war mir nicht einmal mehr schlüssig, ob Reiten und Pferde das waren, womit ich weiterhin meinen Nebenerwerb bestreiten wollte. Obwohl unser Verhältnis immer mehr als schwierig gewesen ist, niemals innig und herzlich, wie bei anderen Töchtern und Vätern, so habe ich mich damals doch verpflichtet gefühlt, in seinen letzten Monaten irgendwie die Vorzeigetochter zu sein, die sich mein Vater immer gewünscht hatte und die ich für ihn nie war.

In diesem Strudel der Neuorientierung, der Suche nach meinem wahren Ich, kam der Narzisst ins Spiel. Mein Ex-Mann erkannte sofort, dass bei mir ganz leicht ein größeres Erbe zu holen war, wenn er nur ein wenig nett zu mir sein würde und mir Liebe vorgaukelte, denn das war in diesem Moment genau das, was mein Herz als Balsam empfand und es fiel zu 100% darauf herein.

Er gab sich fürsorglich und doch hätte ich nur wenige Monate nach unserer Heirat erkennen können, was er tatsächlich verfolgte: Er kündigte seinen Job und machte es von da an mir zur Aufgabe, für ihn zu sorgen. Schließlich litt er ja an einer unheilbaren Krankheit, die seine Lebenserwartung enorm verkürzte: Er würde keinen Job mehr bekommen und ohnehin sich nicht dazu ernierdigen, nochmal als etwas anderes denn als Geschäftsführer zu arbeiten. Alles andere sei ja wohl weit unter seiner Würde...

Anstatt mich ausgenutzt zu fühlen, triggerte er damit mein Mitgefühl: Die Mukoviszidose verhinderte, dass er eine für sich adäquate Stelle bekam, wie schrecklich! Was zum einen nicht stimmte, wie sich hinterher heraustellte und wenn man sich nicht bemühte, sondern darauf beharrte, dass die Ehefrau einen durchfütterte... Er tat auch nie etwas, um die Symptome seiner Krankheit zu bessern oder seine Lungen auf Vordermann zu bringen, im Gegenteil: Zigarren rauchen hieß das bevorzugte Hobby, das ließ ihn zumindest aussehen wie einen Millionär und das war ja sein erklärtes Lebensziel, so ziemlich das einzige, das er besaß. Geld, Statussymbole und etwas darstellen, was er nicht war – das zählte und sein Lebensmotto lautete ganz klar: Ich werde ohnehin nicht alt, also kann ich mir auch alles erlauben.

Ich sollte auf dem Weg zum Privatier das Sprungbrett werden, beziehungsweise mein Erbe in nicht unbeträchtlicher, sechsstelliger Höhe. Da er irgendwann merkte, dass ich ihm dies nicht kampflos überlassen würde, griff er zu anderen Mitteln.



Ein Narzisst kennt keine Gnade. Er dreht und wendet alles, was man sagt, zu seinen Gunsten. Er lässt einen ohne mit der Wimper zu zucken über die Klinge springen, wenn es ihn weiterbringt. Seitdem er seine Geliebte hatte, führten wir auf der gepachteten Reitanlage Kleinkrieg. Er wollte ausbezahlt werden, ich weigerte mich, wir hatten Gütertrennung. Von mir aus konnte er sein Blondchen nehmen und abhauen. Dazu hätte er sich allerdings wieder einen Job suchen müssen und nicht mehr länger mein Geld zum Fenster hinauswerfen und den großen Gutsherren mimen können, der mit schicken Stiefelchen über die Reitanlage flanierte, ohne jemals dafür einen Handschlag gearbeitet zu haben. Man ließ lieber arbeiten, während man selber im Reiterstübchen am Laptop hockte und die Dates mit seinen Prostituierten ausmachte... Die gab’s ja auch noch, weil

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Blondchen auch nicht ausreichte, um die Geltungssucht des Narzissten zu befriedigen.

Irgendwann versuchte er es dann mit allen möglichen Lügen und Verleumdungen, stieß damit jedoch bei mir nur auf Widerstand und schließlich kam er auf die glorreiche Idee, er wolle den Pachtvertrag übernehmen und die Reitanlage mit seiner Freundin und einem Kumpel übernehmen. Ich war einverstanden, wenn er meinen bis dahin investierten, sechsstelligen Betrag zurückbezahlt. Dann würde ich meine Koffer packen und mir etwas Neues suchen. Ich hatte damals ohnehin bereits die Nase gründlich voll vom Pferdegeschäft und Einstellern und wäre froh gewesen, wenn ich davongekommen wäre mit einem blauen Auge.

Schließlich hatte auch meine Verpächterin die Nase voll von meinem Ex-Mann und seinen leeren Versprechungen und kündigte kurzerhand den Pachtvertrag. Mir wurde angeboten zu bleiben, mit meinem Pferd und auf Angestelltenbasis, mit kostenloser Wohnung, die meine Verpächterin neu bauen wollte. Doch ich hatte genug von dieser Art zu leben, der Reiterei und auch den meisten Pferdeleuten und zum anderen war ich ihr gegenüber äußerst misstrauisch. Stattdessen fiel ich wieder auf die Versprechungen meines Ex-Mannes herein, der mir versicherte, er hätte alles im Griff und wir würden mit seinem Millionärsfreund Dieter ganz großartige, neue Möglichkeiten haben und dieser würde außerdem seine Anwälte zur Verfügung stellen, damit ich zu meinem Recht käme. Diese Möglichkeiten sahen dann folgendermaßen aus: Ich beritt die Pferde, riskierte meinen Hals, machte Fotos, stellte Verkaufsanzeigen ins Internet und er kassierte die Provision. Von all den Pferden, die durch mich verkauft worden sind, habe ich niemals einen einzigen Cent gesehen – das Geld konnte mein Ex gut gebrauchen. Schließlich arbeitete er auch weiterhin nichts, sondern suchte sich Investoren, die seine aberwitzigen und völlig undurchdachten Geschäftsideen sponserten und die er dann ebenfalls in Schwierigkeiten ritt. Schuld daran war übrigens immer ich, niemals er. Ein Narzisst begeht niemals einen Fehler, er schiebt es immer auf die Menschen in seiner Umgebung, die ihm gerade recht kommen als Sündenbock.

Letzten Endes war am Ende nur ich die Leidtragende, seitdem fahre ich nämlich Fahrrad. Als mein Ex-Mann keine andere Idee mehr hatte mich loszuwerden, rief er bei der Polizei an und behauptete, ich wolle ihn, seine Freundin und mich umbringen und ließ mich abführen. Ich landete in der geschlossenen Anstalt, wo ich vehement kämpfte, dass ich wieder heraus kam, denn ich hatte ja eine Reitanlage innerhalb von vier Wochen zu räumen, zig Tiere zu versorgen und weiß Gott keine Zeit, sinnlos in einem Krankenhaus herumzusitzen wegen einer Lüge.

Als ich nach ein paar Tagen zurück auf die Reitanlage kam, hatte mein Göttergatte bereits mehrere meiner damals sieben eigenen Pferde verkauft, denn er brauchte ja Geld.

Zehn Monate später kam die Aufforderung zu einer MPU auf Grundlage seiner Falschaussage. Ihm wurde geglaubt, mir nicht. Ich kämpfe auch heute noch, neun Jahre später für Gerechtigkeit – vergeblich. Bis zum heutigen Tag wird ihm, dem Narzissten und Schauspieltalent geglaubt, obwohl alle Beweise, die ich vorlegen kann, einschließlich Zeugenaussagen und der Tatsache, dass er seit mittlerweile zwölf Jahren keiner geregelten Arbeit nachgeht, auf meine Kosten krankenversichert war und sich hat durchfüttern lassen, zwei Scheidungsverfahren boykottiert hat und am Ende noch versuchte, nachehelichen Unterhalt von mir zu kassieren, weil er mittlerweile Sozialhilfe bezieht. Dass es bei Facebook eine Gruppe von Geschädigten gibt, die er betrogen hat, inklusive Nennung der Aktenzeichen bei den verschiedenen, deutschen Gerichten – auch das zählt nicht. Es wird immer noch ihm und seiner Lüge geglaubt, nicht mir, die jetzt acht Jahre im Einzelhandel gearbeitet hat, dort von der kleinen Flexkraft nach oben geklettert ist, jetzt in den öffentlichen Dienst wechselt und dafür seit damals tägliches Radfahren bei allen Witterungslagen in Kauf nimmt. Die aufgrund des Führerscheinentzugs gezwungen gewesen ist, eine Privatinsolvenz zu durchlaufen, deren Karriere als Journalistin und mobile Reitlehrerin damit vollständig zerstört wurde und die trotzdem heute hier sitzt und diesen Beitrag verfasst, um andere zu warnen.

Ein Narzisst kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, sich selbst Gutes zu tun. Ich glaube inzwischen, dass mein Ex-Mann nicht einmal unbedingt böswillig gegen mich gehandelt hat. Es war ihm schlichtweg egal, was mit mir passiert. Wichtig war nur, dass er leichten Fußes und ohne Schweißperlen weiterhin den großen Geschäftsmann mimen konnte und seinen Millionärsfreund Dieter mit irgendwelchen Pseudoaktivitäten beeindrucken – eben heiße Luft verbreiten, mehr nicht. Narzissten sind so und ich habe lange, viel zu lange gebraucht, um zu begreifen, dass er einem immer genau das verspricht und erzählt, was gerade zu seinem Vorteil ist. Narzissten können das, was normale, ehrliche Menschen nicht können: Ohne schlechtes Gewissen andere zerstören, um sich selbst dabei als etwas Besseres zu fühlen und darzustellen.

Eines der Lieblingszitate meines Ex-Mannes lautete: „Du wirst schon noch sehen, dass man es mit Ehrlichkeit im Leben zu nichts bringt.“

Er hat mir bewiesen, dass es so ist, leider. Meine Ehrlichkeit wurde mir zum Verhängnis, während er sich mit all seinen Lügen bis zum heutigen Tag gemütlich von anderen durchfüttern lässt.

Fortsetzung folgt...

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