• Autrice Regan Holdridge

Fahrradfahren im Sommer - Aus dem Leben eines Alltagsradlers

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Wer im Sommer mit dem Rad seine täglichen Strecken zur Arbeit zurücklegt, muss mit allem rechnen: Regenschauer, Hitze, Gewitter und Temperaturstürze. Sämtliche Szenarien sind bei unserem Klima mehrfach am Tag möglich und dementsprechend muss auch die Ausrüstung aussehen.

Des Sommerradlers größter Feind ist das Gewitter. Hier in Südbayern kann es vorkommen, dass sie einen über Wochen täglich verfolgen. Sie stellen für uns Radler ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar – radeln bei Gewitter ist lebensgefährlich!

Wer Gleitzeit arbeitet oder auch mal früher von der Arbeit weg kann, wenn er sieht, da braut sich etwas zusammen, hat natürlich den Vorteil, dass er es noch rechtzeitig nach Hause schafft. Eine gute Wetterapp, die sich zeitnah immer aktualisiert und relativ zuverlässige Vorhersagen trifft, ist für einen Alltagsradler ohnehin nie verkehrt, nicht bloß im Sommer. So hat man dann gleich in der Früh schon einen ersten Blick darauf, wie hoch das Gewitterrisiko für den jeweiligen Tag eingestuft wird.

Bei mir im Einzelhandel funktioniert das mit dem rechtzeitigen Aufbrechen allerdings schwierig. Ich kann nicht einfach die Kasse schließen und sagen: „Tut mir leid, da kommt ein Gewitter, ich muss leider schnellstmöglich heim!“

Bei zehn Kilometern einfache Strecke bedeutet das auch, sich zuzutrauen, das Risiko einzuschätzen, ob man noch losfährt, obwohl der Himmel bereits bedrohlich dunkel ist. Wie häufig bin ich abends schon aus dem Geschäft gekommen und habe erstmal eine Weile warten müssen, weil es zwischen sintflutartigen Regenfällen gedonnert und geblitzt hat und es beim besten Willen nicht möglich war, sich aufs Rad zu schwingen!

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Während des ganzen Sommers nutze ich fast ausschließlich mein E-Bike. Ich kann nicht völlig verschwitzt auf der Arbeit ankommen und dann noch Verständnis von meinen Kollegen erwarten. Da ist ein Fahrrad mit Antrieb ein echter Luxus, den ich mir gegönnt habe. Zum Thema E-Bike werde ich noch einen eigenen Blogpost verfassen.

Wer mich kennt, weiß: Ohne Kopfbedeckung geht gar nichts. Im Sommer begebe ich mich nur mit Cappy oder Strohhut in die Sonne. Auch auf dem Rad ist das nicht anders. Ich habe mir extra einen Strohhut zugelegt, dessen Krempe nach unten zeigt und den ich zusätzlich mit einer Haarklammer fixiere. So kann ihn mir der Wind nicht so leicht vom Kopf wehen. Man unterschätzt mit dem Fahrtwind gerne, dass die Sonnenstrahlen doch permanent auf einen herunterbrennen und wie leicht erleidet man dann einen Hitzschlag oder bekommt zumindest Kreislaufprobleme.

Abgesehen davon düsen wir Alltagsradler ja nicht aus sportlichem Ehrgeiz durch die Gegend, sondern kommen dann von der Arbeit, die häufig genug anstrengend und stressig war. Dazu noch hohe Temperaturen, wenn man ohnehin schon müde ist – das merkt dann der fitteste Körper irgendwann.

Im Sommer sind auch die Temperaturschwankungen am stärksten. Habe ich Frühschicht und muss gegen 5.45 Uhr los, ist es oft noch zu kalt, als dass ich ohne Jacke und lange Hose radeln könnte. Bis ich dann mittags Feierabend habe, ist es so heiß, dass man sich im Bikini auf den Drahtesel schwingen könnte. In solchen Fällen nehme ich gerne zumindest eine kurze Hose für den Heimweg mit. Ansonsten vermeide ich es, Wechselkleidung mit zu schleppen. Unsere Spinde im Geschäft sind zu klein, um zusätzlich zur Handtasche großartig irgendetwas unterzubringen und über andere Staumöglichkeiten verfügen wir nicht.

Bei kühleren Temperaturen und Regen kommt natürlich, wie immer, mein normales Trekkingrad zum Einsatz. Eines stelle ich immer wieder fest: Fahre ich viel mit dem E-Bike, lassen sowohl meine Kondition, als auch meine Muskelkraft innerhalb kürzester Zeit nach. Der Elektroantrieb ist unzweifelhaft etwas, was man merkt – auch, wenn genügend Leute etwas anderes behaupten. Mit dem E-Bike durch die Sonne zu gondeln hat rein gar nichts mit Sport zu tun.

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