• Autrice Regan Holdridge

Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos

Aktualisiert: 5. Okt 2020

Schon Loriot wusste: Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos. Aktuell gibt es geschätzt etwa 9 Millionen Hunde in Deutschland, nur Katzen teilen sich noch häufiger unseren Haushalt.

Auch bei mir entwickelte sich schon früh der Wunsch nach einem Lassie oder Rin Tin Tin. Meine Eltern zählten jedoch nicht unbedingt zu den Hundefreunden und deshalb gab es als Ersatz erstmal nur zwei Zwergkaninchen; für mich eins und das andere für meine Schwester. Damals wäre ich sogar bereit gewesen, meinen Wunsch nach einem eigenen Pferd aufzugeben, hätte ich dafür einen Hund bekommen. Aber auch davon wollten meine Eltern nichts wissen.

Über mehrere Jahre bin ich deshalb ehrenamtlich ins Tierheim gefahren und habe dort Hunde Gassi geführt, gesehen, wie sie woanders ein Zuhause fanden und die Sehnsucht nach einem eigenen Hund blieb.

Dann tippelte Meggie in mein Leben, Spitzname „Gartenzwerg“. Eigentlich wollte ich nie eine Fußhupe, Chihuahua-Verschnitt, sondern immer einen „richtigen“ Hund – Schäferhundgröße sollte er schon haben. Meggie war an der Autobahnraststätte gefunden worden und mit dem Selbstbewusstsein und Kampfgeist eines Dobermanns ausgestattet. Sie ist nach der Trennung bei meinem Ex-Mann geblieben und ich habe dafür den Beagle von ihm übernommen.

Luna war alles andere als ein Traumhund – eigensinnig, wie Beagle nunmal sind und wenig kooperativ und vor allen Dingen sehr erfinderisch, was das Erreichen fressbarer Gegenstände betraf. Ob die Inhalte des Mülleimers, des Altpapiers oder die Anzündbällchen vom Bullerofen – vor Luna war rein gar nichts sicher. Wenn sie glaubte, es könnte sich lohnen das Zeug zu fressen, war es weg.

Aufgrund einer Tumorerkrankung musste ich sie vergangenes Jahr leider erlösen.

Noch während der Trennungsphase von meinem Ex-Mann kam damals sozusagen als Abschiedsgeschenk mein Collie als Welpe zu mir. Denn Meggie wollte zu diesem Zeitpunkt unbedingt seine damalige Geliebte bei sich behalten. Auf Kosten seiner Mutter (ergo von deren Geld), erklärte er sich aufgrund meiner Tobsuchtsanfälle schließlich bereit, mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen. Einmal im Leben wollte ich einen Lassie besitzen. So zog zum ungünstigen und katastrophalsten Zeitpunkt meines bisherigen Lebens ein Colliewelpe bei mir ein, der gar keine Idee hatte, was er mit mir noch alles erleben würde.

Vielleicht gerade deshalb verbindet Ben und mich etwas Besonderes. Ich kann mich in der Wohnung nirgends hin bewegen, ohne, dass er mir folgt. Er muss immer dabei sein. Sein Gesicht, mit dem vielen Fell, erinnert manchmal an einen Teddybären und er war mir in den vergangenen Jahren, als soviel in meinem Leben passierte, verloren ging und einstürzte, eine wichtige, seelische Stütze.

Ein Leben ohne Hund ist möglich aber sinnlos, Collie, Lassie

Hunde zu haben entschädigt einen für vieles, was Menschen einem antun. Sie fallen einem nicht in den Rücken und ihre Liebe ist so grenzenlos, wie kein Mensch jemals dazu fähig ist. Deshalb werden meine Tiere auch immer die Nummer Eins sein. Nach allem, was ich in Beziehungen erlebt habe, kann es nie wieder einen Mann geben, der auch nur annähernd so wichtig für mich sein könnte wie sie. Das hat es schwierig gemacht, überhaupt wieder jemanden zu finden – Männer akzeptieren nicht gern die dritte oder vierte Position im Leben einer Frau...

Und ja, ich gestehe: Er schläft bei mir im Bett, von Anfang an, das war eine bewusste Entscheidung. Ich war mehrere Jahre Single, voll Überzeugung und auch nicht auf der Suche nach einem Bettpartner in menschlicher Form. Fünf Jahre hatte Ben das Bett mit mir alleine geteilt und zu Anfang war es für ihn nicht so leicht zu verstehen, dass an manchen Tagen jetzt wieder kein Platz ist für ihn da drin...

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