American Saddlebred Stute
American Saddlebred Horse

Aufgrund der extremen amerikanischen Show-Manier hat diese Rasse leider bislang nicht den Stellenwert in Europa erreicht, den sie verdient hat. Nach meinem ersten Ritt auf einem Saddler wusste ich: Noch nie hatte ich dieses Gefühl im Sattel eines Pferdes. Das American Saddlebred Horse hat mich nicht nur mit seinen überragenden Gängen überzeugt, sondern auch mit seinem außergewöhnlichen Charakter.

Auch, wenn ich natürlich zugeben muss, dass meine Entscheidung schon im zarten Alter von vier Jahren gefallen ist, als „Fury“ das erste Mal über unseren Fernsehbildschirm galoppierte. Damals habe ich beschlossen: Einmal im Leben werde ich ein solches Pferd besitzen.

Das American Saddlebred Horse ist die älteste, in den USA gezüchtete Rasse. 1776 wurde das “American Horse” erstmals in offiziellen Regierungsdokumenten erwähnt. Die wichtigste Rolle in der Entwicklung spielte ein Narraganset Pacer, ein Passgänger, und das englische Vollblut. Diese beiden Rassen wurden in Virginia gekreuzt und das “American Horse” fand schnell Verbreitung in den Oststaaten der USA. Schon im Unabhängigkeitskrieg wurden diese Pferde eingesetzt und gelangten zu erstem Ruhm. 
Im Jahre 1817 wurde der Hengst “Denmark” geboren, der als der Gründerhengst der Rasse angesehen wird.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde das “American Horse” bei landwirtschaftlichen Messen und Schauen in Virginia, Kentucky und Missouri vorgestellt und gewann aufgrund seiner auffälligen Schönheit, sowie seinen vielen, positiven Eigenschaften immer mehr an Beliebtheit.
Das “American Horse” wurde als ein folgsames und ausdauerndes Arbeitspferd von den Plantagenbesitzern geschätzt. Dabei sollte es aber auch gleichzeitig elegant und schön sein, damit die wohlhabenden Südstaatler sich damit in der Öffentlichkeit präsentieren konnten. Des Weiteren brachte es einen außergewöhnlichen Sitzkomfort mit und das angenehme Wesen eines Gebrauchspferdes.
Am 7. April 1891 wurde der erste Rasseverband der USA gegründet und ein Zuchtregister eingeführt.
1900 wurde “Bourbon King” geboren, ein außergewöhnliches Hengstfohlen und ein sensationeller Fünfgänger. Er hatte großen Einfluss auf die weitere Zucht. 
 

Heute vereint das American Saddlebred Horse die Gänge seiner Vorfahren mit dem Aussehen und Charakter eines Vollblüters. Berühmte Film- und Fernsehpferde wie Fury und Flicka gehörten zur Rasse des American Saddlebred. Auch wurden in vielen Filmen von den 30er Jahren bis in die 60er gerne Vertreter dieser Rasse eingesetzt, weil sie die menschlichen Hauptdarsteller stets in einem guten Licht erscheinen ließen. Alle im Film "Vom Winde verweht" eingesetzten Pferde sind übrigens American Saddlebred Horses und der Hauptdarsteller Clark Gable war selbst ein begeisterter Besitzer dieser Rasse. 

Wer je das Vergnügen hatte, auf einem American Saddlebred zu reiten, wird dieses Erlebnis so schnell nicht wieder vergessen. Sie sind intelligent und fein im Wesen und möchten auch so behandelt werden, rundherum ein Vollblut eben. Dabei sind sie sanft und zuvorkommend und können unter einem entsprechenden Reiter zu Höchstleistungen auflaufen. Gleichzeitig zeichnet sie das Selbstbewusstsein und die Gelassenheit des Gebrauchspferdes aus. Absolut unvergleichlich sind sicherlich die schwebenden Gänge, die man, einmal unter sich gefühlt, nie wieder vergessen wird: Leicht und mit dem Gefühl, von der Erde abzuheben, möchte man nie wieder absteigen. 

Was in Europa sicherlich die wenigsten wissen: 75% der Saddler werden in den USA im Freizeitbereich eingesetzt. Viele Pferde arbeiten auch als Polizei-, Ranger-, Dressur-, Spring- und Distanzpferde. Durch die übertriebene, unnatürliche Präsentation im Showring wird dabei leider ein völlig falsches Bild dieser Rasse vermittelt, das nicht ihrem feinen, menschenbezogenen Wesen gerecht wird und wenig zur weiteren Verbreitung beiträgt.

Galahads Golden Warrior American Saddlebred